INFORM Preis für konzeptuelles Gestalten

INFORM. Preis für konzeptuelles Gestalten wird seit 2007 jährlich vergeben und ist an der Schnittstelle von Grafikdesign und Kunst angesiedelt. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird von Dr. Arend Oetker gestiftet. Der Preis ist mit einer Ausstellung in der GfZK verbunden.

Yin Aiwen erhielt den INFORM. Preis für konzeptuelles Gestalten. Sie ist eine chinesische Gestalterin im Bereich Systemdesign. Ihre Forschung und künstlerischen Projekte stellt sie in Form von Installationen, APPs und Publikationen vor.

Die INFORM-Preisträgerin Yin Aiwen ist eine Designerin, Theoretikerin und Projektentwicklerin. Ihre spekulativ-künstlerischen Forschungsprojekte zielen auf die Schaffung von Netzwerken ab, in denen selbstbestimmte und verlässliche Beziehungen zwischen Menschen und (digitalen) Systemen möglich sind. Für Yin ist Gestaltung somit in erster Linie eine Möglichkeit, das Verhältnis von Technologie und Gesellschaft (fortlaufend neu) zu entwerfen. 2017 gründete sie das ReUnion Network, das Beziehungen der gegenseitigen Fürsorge als gesellschaftliche Währung erforscht.

In der GfZK präsentierte Yin zwei Beispiele ihrer bisherigen Arbeit. The Massage is the Medium (2013) ist eine Performance und Installation zugleich. Während die Besucher:innen eine medizinische Massage bekamen, tauchten sie in eine visuelle Erzählung über die digitalisierte und weltweit vernetzte Arbeitswelt und über die Warenförmigkeit von sozialen Beziehungen in Zeiten des Massenkonsums ein.

Liquid Dependencies: what does a decentralized caring society look like? (2021) ist ein Rollenspiel (LARP), initiiert von ReUnion Network, in dem es um Beziehungen gegenseitiger Fürsorge geht. Im Verlauf des Spiels erwecken die Spieler:innen die ihnen auf Spielkarten zugewiesenen Charaktere mit ihren eigenen Erfahrungen zum Leben. Im vier- bis fünfstündigen Spiel „verbringen“ sie 20 bis 30 Lebensjahre zusammen und bewältigen private und gesellschaftliche Ereignisse.

Das Spiel wurde in Zusammenarbeit mit Dinghaiqiao Mutual-aid Society entwickelt und erstmals im Rahmen der 13. Shanghai Biennale getestet. In der GfZK wurde eine mit dem Künstler:innenkollektiv Elli Kuruş entwickelte Leipziger Version vorgestellt.

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