Travestie für Fortgeschrittene: Durch Wände gehen

Nach den Projektteilen Warte Mal! und training heißt der dritte und letzte Teil von Travestie für Fortgeschrittene: Durch Wände Gehen. Titelgebend ist die gleichnamige Installation von Anna Witt, der aktuellen Preisträgerin des Kunstpreises Europas Zukunft, die zwei sehr unterschiedliche Flüchtlingsgeschichten zusammenführt.

Nachdem die Auseinandersetzungen zu Themen wie Normalität, Diversität, Einbeziehung und Ausgrenzung in Teil eins und zwei ausgebreitet (Warte Mal!) und durchgespielt (training) wurden, werden in Teil drei individuelle Handlungsweisen vorgestellt und kollektive Erfahrungen generiert, die darauf abzielen, ideelle Grenzen zu überschreiten und neue Denkräume zu erschließen. Das Performative tritt in den Vordergrund und das Gebäude verwandelt sich erneut in mehrere bespielbare Bühnen.

Im Rahmen ihrer Performancereihe Norm ist Fiktion unterbrechen NAF (Nana Hülsewig und Fender Schrade) das Alltagsgeschehen im öffentlichen Raum. Katrina Daschner inszeniert im Film Powder Placenta märchenhafte Szenen in einer idyllischen Umgebung, in der sich Identität und Zugehörigkeit fließend verändern. Yael Davids setzt sich in der Installation The Distance between W and V und dem Workshop Objects in Diaspora mit Themen der Geborgenheit und der Vertreibung auseinander und inszeniert Momente der Transformation. Michaela Schweiger baut in Sehnsucht unter Normalnull zusammen mit ihrer Klasse Zeitbasierte Künste aus Halle/Burg Giebichenstein eine modulare Bühne zum Thema Normalität. Frank Kapfer recycelt in seinen Plastiken PET-Flaschen zu märchenhaften Skulpturen, die an das üppige Ornament von Murano-Lüster anspielen, um Macht- und Männlichkeitssymbole humorvoll miteinander zu verknüpfen. Die Regisseurin Heike Hennig zeigt eine Neufassung von Optophobia und hält einen Workshop zum Thema der Verwandlung. Latifa Laâbissi stellt in ihrer Tanzperformance Écran Somnambule die Filmaufnahmen des Hexentanzes von Mary Wigman Bild für Bild nach und beschäftigt sich damit, wie individuelle Handlungsweisen gesellschaftliche Annahmen und Vereinbarungen verändern.

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