FREIRÄUME(n) – Neue Perspektiven für frühe kulturelle Bildung

Drei FRÖBEL-Kindergärten aus verschiedenen Leipziger Stadtteilen und die Galerie für Zeitgenössische Kunst (GfZK) gehen 2022 in dem Projekt FREIRÄUME(n) – Neue Perspektiven für frühe kulturelle Bildung auf eine Forschungsreise. Ausgangspunkt ist die Ausstellung der GfZK Vom Haben und Teilen – wem gehört die Sammlung?.

Was bedeutet aus Perspektive der Kinder eigentlich Kunst? Was macht die Kunst im Museum? Und was können wir mit der Kunst im Museum machen? Was wäre, wenn man Kunst oder andere Dinge aus dem Museum mitnehmen könnte? Und würden die Kinder im Gegenzug auch dem Museum etwas ausleihen? Und wenn ja, was wäre das?

Ausgehend von diesen Fragen haben wir das Museum mit Kindern aus dem Familiengarten von oben bis unten und von vorn bis hinten untersucht. Die Kinder entschieden sich für ein Absperrband mit Doppelpfosten, dass sie im Museum vor einem ungenutzten Ausstellungsraum vorfanden. Dieses Objekt nahmen sie begeistert mit in den Kindergarten. Dort kam unsere Leihgabe zum Einsatz um den Spielraum, in dem die Legosteine aufbewahrt werden, abzusperren, sodass der Zutritt erst nach Einlass möglich war.

Im Kindergarten haben wir die Kinder gefragt, was sie besonders gern haben und mit anderen teilen würden. Wir handelten ein sehr begehrtes Feuerwehrauto aus, das sich am allerbesten zum Transportieren von allerlei Dingen eignet. Im Museum erhielt das Auto eine neue Bedeutung – aus musealer Sicht – und wurde hier zum Ausstellungsobjekt. Gemeinsam mit den Kindern überlegten wir, wo das Auto für die Dauer der Leihgabe platziert werden soll. Die Kinder entschieden sich in einem demokratischen Auswahlverfahren für zwei wechselnde Orte in der Sammlungsausstellung.

Ein Höhepunkt für alle war, dass der Kindergarten-Alltag für einen Tag in das Museum verlegt wurde. Kindergartenrituale wie der Morgenkreis, anschließende Spiel- und Bastelzeit, Mittagessen und Ruhezeit mit Traumreise fanden an diesem Tag in der GfZK statt. Es wurde sogar gemeinschaftlich eine riesige Höhle mithilfe der Stühle der Arbeit „Weltall, Erde, Mensch“ des Künstlers Till Exit im Auditorium gebaut.

Es war eine schöne und aufregende Zeit mit den Kindern aus dem Familiengarten und wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen.

Es bleibt weiterhin spannend, denn es ist ein fortlaufender Prozess und wir sind neugierig, was wir mit den Kindern aus den anderen Kindergärten erleben werden.

Parallel zu den Erfahrungen im Museum werden im Projekt Leipziger Künstler:innen eingeladen, ihr Atelier als Artists in Residence
in den Kindergärten einzurichten und Kinder und deren Familien aktiv in Entstehungsprozesse von Kunst einzubeziehen.

Ab Oktober 2022 planen wir eine begleitende Präsentation in der Galerie für Dich, dem Ausstellungsraum der Kunstvermittlung in der GfZK.

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