FREIRÄUME(n) – Neue Perspektiven für frühe kulturelle Bildung #2: Spielhaus

Drei FRÖBEL-Kindergärten aus verschiedenen Leipziger Stadtteilen und die Galerie für Zeitgenössische Kunst (GfZK) gehen 2022 in dem Projekt FREIRÄUME(n) – Neue Perspektiven für frühe kulturelle Bildung auf eine Forschungsreise. Ausgangspunkt ist die Ausstellung der GfZK Vom Haben und Teilen – wem gehört die Sammlung?.

Was bedeutet aus Perspektive der Kinder Kunst? Was macht die Kunst im Museum? Was können wir mit der Kunst im Museum machen? Was wäre, wenn man Kunst oder andere Dinge aus dem Museum mitnehmen könnte? Würden die Kinder im Gegenzug auch dem Museum etwas ausleihen? Wenn ja, was wäre das?

Mit diesen Fragen im Kopf haben wir im September und Oktober abwechselnd die Elementargruppe und die Waldgruppe aus dem Integrationskindergarten Spielhaus in Schönefeld getroffen. Bei ihrem ersten Besuch haben die Kinder das Museum und seinen Garten kennen gelernt, alle Stühle im Auditorium probegesessen und sie haben getestet, ob der Teppichboden im „schwarzen“ Ausstellungsraum genauso weich und gemütlich ist wie er aussieht.

Ebenso spannend war es die Lieblingsorte der Kinder im Kindergarten zu sehen. Bei einer Führung zeigten sie uns ihre große Eiche, ihre lebensgroße Matschburg, ihren Forscherraum und ihr „Restaurant“. Besonders beeindruckt waren wir von der Turmlandschaft, die wir im Bauzimmer fanden. Deswegen gaben uns die Kinder eine Kiste KAPLA-Steine für das Museum mit.

Bei ihrem nächsten Besuch machte sich die Elementargruppe auf die Suche nach einem geeigneten Ort, an dem ein KAPLA-Turm gebaut werden könnte. Nachdem sie sich auf den „schwarzen“ Ausstellungsraum geeinigt hatten, schufen die Kinder gemeinsam aus den Holzbausteinen das Werk Birke und Zebra. Im Gegenzug wählte die Elementargruppe als Leihgabe einen grünen Plastikbesenkopf aus dem Labyrinth von Olaf Nicolai, mit dem sie ihre Matschburg krönten.

Zum Entsetzen aller war beim Besuch der Waldkinder eine Woche später Birke und Zebra eingestürzt. War jemand rückwärtsgegangen und hatte die KAPLA-Türme umgestoßen? Oder hatte jemand sie berührt? Zum Glück bauten die Waldkinder im Nu drei neue, stabile Türme. Zur Sicherheit brachten sie dieses Mal ein Warnschild an.

Auf Entdeckungstour an „geheimen“ Orten im Museum, die die Besucher:innen sonst nicht sehen, fand die Waldgruppe auf dem Dachboden des Museums ein Modell der Villa, das sie sich für den Kindergarten ausliehen. Außerdem wünschten sie sich noch ein Foto aus der Serie Dahinter die 70 Städte des Künstlers Michael Scheffer, auf dem eine Löwin zu sehen ist. Nach sorgfältigem Überlegen entschieden die Kinder, das Foto an einem Fenster in ihrer Sprachwerkstatt aufzuhängen, sodass die Löwin den ganzen Garten überwachen kann und die Kinder ihn auch von draußen sehen können.

Es war eine schöne und aufregende Zeit mit den Kindern aus dem Spielhaus und wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen.

Parallel zu den Erfahrungen im Museum werden im Projekt Leipziger Künstler:innen eingeladen, ihr Atelier als Artists in Residence in den Kindergärten einzurichten und Kinder und deren Familien aktiv in Entstehungsprozesse von Kunst einzubeziehen.

Vom 3. Dezember 2022 bis 05. März 2023 gibt es eine begleitende Präsentation zum Projekt in der Galerie für Dich, dem Ausstellungsraum der Kunstvermittlung in der GfZK.

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