Opening Clemens von Wedemeyer: Mehrheiten

Clemens von Wedemeyer. Transformation Scenario Shot, Courtesy: KOW, Berlin & Galerie Jocelyn Wolff, Paris
Clemens von Wedemeyer. Transformation Scenario Shot, Courtesy: KOW, Berlin & Galerie Jocelyn Wolff, Paris

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Dreißig Jahre nach 1989, als in Leipzig Massen auf die Strasse gingen um die Gesellschaft zu verändern, befinden wir uns mitten in einer neuen Umbruchphase. Die digitale Revolution hat nicht nur das Bild der Gesellschaft verändert, sie macht auch neue demokratische Partizipationsmodelle möglich. Diese Werkzeuge der freien Willensbildung sind umkämpft und werden durch rechte Gruppierungen für die Mobilisierung gegen eine offene Gesellschaft verwendet.

Ausgehend von Elias Canettis 1960 erschienener Publikation „Masse und Macht“ beschäftigt sich Clemens von Wedemeyer in seiner umfassenden Einzelausstellung „Mehrheiten“ mit historischen und aktuellen Phänomenen der Massenmobilisierung, ihren Darstellungen sowie deren politischer und psychologischer Wirkung. Wie schließen sich Menschen zusammen, welche Dynamiken können innerhalb von analogen und digitalen Menschenmengen entstehen, wie wird soziales Verhalten durch Simulationen eingeprobt? Die Perspektive des Künstlers reicht dabei von historischen Massenphänomenen bis hin zur Analyse zeitgenössischer Bilder und deren Verbreitungsmechanismen.

Gezeigt wird eine auf die Architektur GfZK-Neubaus hin konzipierte Ausstellung, die eine umfassende Auswahl von filmischen Werken und Videoinstallationen des Künstlers beinhaltet. Beruhend auf Gesprächen und Recherchen zu den Montagsdemonstrationen von 1989 entwickelte Clemens von Wedemeyer zudem eine Neuproduktion mit dem Titel „70.001“, die eine fiktive Reproduktion der Ereignisse entwirft. Eine zweite Neuproduktion „Faux Terrain“, verbindet Geschichte und Gegenwart der Schweiz im Bezug auf Fragen nach Isolation und Gemeinschaft.

Begleitend zur Ausstellung sind ein umfassendes Vermittlungsprogramm zum Themenkomplex “Masse, Mehrheit und Kollektivität” sowie eine Publikation geplant.

In Kooperation mit dem Kunstmuseum Luzern.

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