Kein Bock auf…! Rebellische Jugend im NS

Sorry, this entry is only available in German. For the sake of viewer convenience, the content is shown below in the alternative language. You may click the link to switch the active language.

Von Januar bis Juni 2018 erforschten Schüler*innen aus Brandis im Landkreis Leipzig im Projekt »Kein Bock auf … ! — Rebellische Jugend im NS« die Geschichte von Jugendlichen im Nationalsozialismus, die sich der Vereinnahmung durch die Hitlerjugend entziehen wollten — den so genannten Leipziger Meuten.

Die Tatsache, dass es in der Diktatur zwischen 1933—1945 junge Menschen gab, die offensiv gegen die Hitlerjugend auftraten, die über eigene Kleidungscodes und einen eigenen »Lifestyle« verfügten, die einfach nicht »mitmachen« wollten, ist ein spannendes aber relativ unbekanntes Phänomen.

In einem Vortrag mit dem Historiker Sascha Lange und darauf folgenden Workshops setzten sich die Teilnehmenden des Projekts intensiv mit dem Auftreten, Wirken und den Denkweisen der Meuten als Jugendkultur auseinander. Dabei wurde offensichtlich, dass es im Kontext der gesellschaftlichen Verhältnisse der Zeit großen Mut bedurfte, sich offen gegen staatliche Organisationen wie die Hitlerjugend zu positionieren oder mit Freunden selbstbestimmt seine Freizeit zu gestalten.

Die Teilnehmenden des Projekts entdeckten, dass es selbst vor ihrer »Haustür« im Landkreis Leipzig Orte gab, die lange Zeit ein Freiraum für unangepasste Jugendliche waren. Orte an denen Freundschaft, Liebe und Selbstbestimmung weg von der Welt der Erwachsenen möglich war — solch ein Ort waren die Lübschützer Teiche. Mit einem Spiel, das von Kunstvermittler*innen der GfZK ortsspezifisch konzipiert wurde, machten sich die Jugendlichen auf, die Lübschützer Teiche und ihre Bedeutung für die Meuten zu erschließen. Das Spiel leitete dazu an, Fragen zu diskutieren, die heute wie damals im Leben junger Menschen relevant sind.

In anschließenden Workshops begleiteten die Kunstvermittlerinnen der GfZK die Teilnehmenden in der künstlerischen Auseinandersetzung mit der Historie der oppositionellen Jugendgruppen, mit universellen Fragen des Heranwachsens und der Suche nach dem richtigen Platz in der Welt.  Begleitend zum eigenen Forschungsprozess lernten die Jugendlichen Möglichkeiten des kreativen Arbeitens und der künstlerischen Ausdrucksformen in der Ausstellung »Gaudiopolis – Versuch einer guten Gesellschaft«  kennen.

Im Juni 2018 zeigten die Schüler*innen erstmals  ihre Projektergebnisse im Parkschlösschen Brandis.
Als weitere Ausstellungsorte sind das Naturfreundehaus in Grethen und Der Laden in Wurzen geplant.

More information

Text and Downloads

Kindly supported by

LOGO LPD

FJM LogoKJR Logo
Loading …