Buchpräsentation Bertram Haude: One Day in Heaven

Buchpräsentation und Gespräch mit Betram Haude, Christoph Türcke und Falk Haberkorn.

Bertram Haude hat 2015 den Himmelstempel in Peking besucht. Auf dem zentralen Ort dieser riesigen Anlage, auf dem Himmelsaltar brachte der chinesische Kaiser jahrhundertelang jährlich ein einziges Mal das Großopfer dar, das die Ordnung der Menschheit und die Harmonie zwischen Himmel und Erde aufrechterhalten hat. Überrascht von den heute auf diesem einst exklusiven Ort unablässig zelebrierten Gesten und Posen der unzähligen Besucher, hielt Bertram Haude sich dort über mehrere Tage auf und beobachtete das neue Großopfer, das im Rausch der Bild-Apparate abläuft und offensichtlich im rastlosen Bildermachen seinen neuen Ausdruck gefunden hat. Dabei entstand eine Serie von vielen hundert Bildern, von denen einige wenige in seinem Buch „one day in heaven“ zu sehen sind.

Die Autoren der 4 im Buch enthaltenen Texte beschäftigen sich ausgehend vom Phänomen dieser auf dem Himmelsaltar stattfindenden Bild-Zeremonie mit folgenden Fragen: Was treibt Millionen von Besuchern zu diesem Ort, der ja nur stellvertretend für die zahllosen Foto-Plätze der Welt steht? Gibt es einen neuen Himmel aus Daten und Bildern, der seine Rituale und Opfergaben einfordert? Wird die alte Welt auf dem Altarplatz der Digitalisierung einer radikalen Wesensverwandlung unterzogen? Der Himmelstempel ist der Ort, an dem der Übergang vom altem zu einem neuem Himmel deutlich wird, denn die Prozession der Bildproduktion und des Hochladens für den digitalen Himmel wird an diesem Ort selbst zum Bild.

 

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