Body Search I

Unser biologischer Körper wird durch neue Technologien – von Gesichtsscans bis zu Hologrammen, von Bodyhacking bis hin zu Genmanipulationen – maßgeblich beeinflusst. Das menschliche Wesen scheint bereits durch künstliche Intelligenz komplett steuerbar zu sein, die Grenzen zwischen Echt und Künstlich, Individuum und Kollektiv verschwimmen … Der technologische Fortschritt wird immer von Neugierde, Spekulationen, sogar Zukunftsängsten begleitet: Jeder Durchbruch in der Technologie ist eine Herausforderung für die Menschheit. Wird eine zukünftige Welt durch den Verlust der Kontrolle über die Technologie schon heute ruiniert? Wohin sollen wir uns entwickeln? Ist ein Rückblick hilfreich? Können wir den Blick auf die Anfänge des Digitalen produktiv nutzen, um zu verstehen, welche Entwicklung wir genommen haben, um neue Orientierung zu gewinnen?

„Body Search I“ zeigt Kunst vom Beginn des digitalen Zeitalters. Kunst, die den einzelnen Menschen, seinen Körper noch zentral/physisch behandelt. Hat Kunst das Potenzial, unsere heutige Zeit in einem neuen Licht erscheinen zu lassen? Gibt es dort noch eine Utopie, die eine Richtung aufscheinen lässt, von der wir unser gesellschaftliches Ganzes anders, neu, frisch betrachten können? Heute, wo der Einzelne, das Individuum, nur noch als Teil des größeren Ganzen eine Rolle spielt, wo der Mensch durch unsere Verbundenheit über die Technologie nur noch virtuell in Erscheinung tritt. Kann eine neue Konzentration auf den individuellen Körper, diesen einzelnen Menschen, erhellend wirken?

In der Ausstellung werden Fotografien, Zeichnungen, Videoinstallationen von chinesischen und deutschen Künstler*innen präsentiert, die unmittelbar verstanden werden können. Sie befassen sich mit Zuschreibungen, Sehnsüchten, Abweichungen und neuen Formen des Körperlichen. Zeigen sie uns Wege auf in denen ein Zurück vielleicht ein Weg nach Vorne zu einer neuen Identität in der posthumanen Welt sein könnte?

Die Ausstellung inszeniert den Blick zurück aus der Zukunft und versucht zum Dialog der Zeiten und Perspektiven einzuladen.

Gao Yi ist aktueller Stipendiat des Kuratoren-Stipendiums der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen an der Galerie für Zeitgenössische Kunst. Die Ausstellung wird gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Die Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.

Gao Yi schloss sein Studium 1999 an der Academy of Arts & Design, Tsinghua University in Peking ab. 2001 zog er nach Berlin, wo er 2006 den Diplom-Designer (MA) an der Universität der Künste Berlin (UDK) erhielt. Von 2009 bis 2013 war er für die Kulturabteilung des Goethe-Instituts (China) tätig. Schwerpunkte seiner Arbeit waren Zeitgenössische Kunst, Gestaltung und Video/Film. 2014 war er stellvertretender Direktor des Today Art Museums in Peking. Von 2018 bis 2019 war er Stipendiat der Galerie für zeitgenössische Kunst Leipzig & Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

Mit freundlicher Unterstützung von

Der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, dem Konfuzius-Institut Leipzig und Dr. Klaus Schaffner vom Förderkreis der GfZK

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