ars viva 2020

In der Ausstellung ars viva 2020 werden die Werke der Preisträger*innen des ars viva Preises parallel zur Jahrestagung des BDI-Kulturkreises in Leipzig präsentiert. Gleichzeitig soll auf die Geschichte des ars viva-Preises zurückgeblickt werden, die zunächst eng mit dem gesellschaftlichen Wiederaufbau in der Bundesrepublik Deutschland verknüpft war und sich über die Jahrzehnte zu einem der bedeutendsten Nachwuchspreise für zeitgenössische Kunst entwickelt hat.

Die aktuellen Preisträger*innen sind Karimah Ashadu, Thibaut Henz und Cemile Sahin.

Die Videoarbeiten von Karimah Ashadu nehmen das Thema Arbeit in den Blick. Gezeigt werden die Protagonist*innen ihrer Filme meist im sozio-ökonomischen Kontext Nigerias: Arbeiter*innen in einer Holzwerkstatt in der Lagune von Lagos, Bauern bei der Gewinnung von Palmöl oder Boxer in den Slums Nigerias. Häufig handelt es sich um männlich geprägte Strukturen, die sich unabhängig und parallel zu den politischen Verhältnissen im Land entwickelt haben. In ihren Filmen verwebt die Künstlerin dokumentarische mit fiktiven Elementen und setzt auf den Einsatz ungewöhnlicher technischer Mittel, mit denen sie die Wahrnehmung des Betrachters herausfordert.

In den Fotografien von Thibaut Henz treten häufig besondere Blickwinkel und Details in den Vordergrund. Personen- und Momentaufnahmen werden in starken Farbkontrasten und unterschiedlichen Bildformaten zu Serien zusammengestellt. Dadurch entstehen ungewöhnliche Bildkombinationen. In Ausstellungen stellt er seine Serien oftmals als Displays zusammen, die sich in der Fläche und oft auch über Raumecken erstrecken. Seine Bildkompositionen spielen mit neuen Ästhetiken und Sehgewohnheiten im digitalen Zeitalter.
 
Im künstlerischen Werk von Cemile Sahin spielt die Verwendung von Wort und Bild eine entscheidende Rolle. In ihren filmischen Arbeiten inszeniert sie beispielsweise im Stile des Film noir Kriminalgeschichten, bei denen die Täterfrage ungeklärt bleibt. Widersprüchliche Erzählungen der Darsteller, von denen jeder den Mord begangen haben will, bilden den Handlungsstrang. Die Erzählungen werden verwoben mit Close-ups expressiver Gesichter und der zeitgleichen Darstellung unterschiedlicher Handlungen. Zu ihrer künstlerischen Arbeit gehören auch Collagen aus Text und Bild sowie Lecture-Performances. Ebenso ist sie Autorin von Romanen.
 
Der Jury des ars viva Preises unter Vorsitz von Ulrich Sauerwein gehörten neben Mitgliedern des Gremiums Bildende Kunst des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft die Kooperationspartner Julia Schäfer (Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig), Bettina Steinbrügge (Kunstverein in Hamburg), Zita Cobb, Willem de Rooij und Nicolaus Schafhausen (Fogo Island Arts), Dr. Franziska Nentwig und Mathilda Legemah (Kulturkreis der deutschen Wirtschaft) sowie Dr. Stephanie Rosenthal (Gropius Bau) als Fachberaterin an.
 

Nachfolgende Ausstellungsstation, im Anschluss an die Ausstellung in der GfZK, ist der Kunstverein in Hamburg.

Zum Preis:

Seit 1953 vergibt der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft den ars viva-Preis an herausragende junge, in Deutschland lebende Künstlerinnen und Künstler, deren Arbeiten eine eigenständige Formensprache und ein Bewusstsein für gegenwärtige Fragestellungen erkennen lassen. Der Preis ist in diesem Jahr mit Ausstellungen in der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig und im Kunstverein in Hamburg sowie einer Künstlerresidenz auf Fogo Island (Kanada) verbunden. Die Künstlerinnen und Künstler erhalten ein Preisgeld in Höhe von je 5.000 Euro. Darüber hinaus gibt der Kulturkreis einen zweisprachigen Katalog heraus, der im Kerber Verlag erscheinen wird. Die Jury kürte die Preisträger aus 49 vorgeschlagenen Künstlerinnen und Künstlern unter 35 Jahren.

In Kooperation mit dem Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI.

Teile des Textes wurden der Pressemitteilung des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im BDI e.V. entnommen.
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