Simon Starling

Der britische Künstler Simon Starling (* 1967) ist Preisträger des 1999 erstmals vergebenen Blinky-Palermo-Stipendiums der Ostdeutschen Sparkassenstiftung im Freistaat Sachsen. Die Ausstellung im Untergeschoss zeigt ein während seines Arbeitsaufenthaltes in Leipzig entstandenes Projekt sowie zwei ältere Arbeiten.

Starlings Werke entstehen in mehrstufigen Transformationsprozessen. Ausgangspunkte hierfür sind meistens einfache Fundstücke, denen entweder ein bestimmter kulturhistorischer Gehalt und/oder ein materialspezifischer Gebrauchswert innewohnt. Diese werden in den einzelnen Projektstadien auf unterschiedliche Weise „genutzt“, um jeweils neue Formen zu generieren.

Für das ortsspezifische Projekt in Leipzig arbeitet Starling mit dem Holz einer Eiche, die eng mit der Geschichte des Hauses verbunden ist. Sie stand Ende des 19. Jahrhunderts, zu dieser Zeit bereits über 100 Jahre alt, mitten auf dem Grundstück Karl-Tauchnitz-Str. 11. Der Erbauer entschied sich, die Eiche nicht zu fällen und die Villa daneben, schräg auf dem Grundstück, zu platzieren. Die Eiche musste im Zuge der Umbaumaßnahmen gefällt werden und liegt seit dieser Zeit am Rande des Grundstücks. Starling verwendet nun einen Teil des Holzes, um einen Stuhl aus der Entstehungszeit des Hauses zu fertigen. Als Vorlage dient ihm ein Entwurf aus der Gründerzeit, der dem britischen Arts-and-Craft-Movement zugerechnet werden kann. Er greift damit nicht nur auf die Geschichte des Ausstellungsortes zurück, sondern verbindet sie gleichzeitig auch mit seinem eigenen kulturellen und historischen Kontext. Die Reste des Prozesses, Werkzeug, Schraubzwingen, Holzsplitter, Leim usw. künden, neben dem Exponat selbst, im Ausstellungsraum vom vorangegangenen prozesshaften Ablauf.

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