Die Künstlerin Gabriele Stötzer stellt im Gespräch mit Anne König und Jan Wenzel (Spector Books) ihre Monografie Gabriele Stötzer. Die Geister berühren vor.
Das breit gefächerte Werk von Gabriele Stötzer hat in den letzten Jahren eine enorme Resonanz erfahren, nachdem es über 30 Jahre kaum beachtet worden war. Seinen Anfang nahm es im Untergrund der DDR. Gabriele Stötzer hatte nach der Biermann-Ausbürgerung 1976 eine einjährige Haft verbüßt und sich dann bewusst entschieden, in der DDR zu bleiben. Sie fotografierte, drehte Super-8-Filme, webte, malte, veröffentlichte literarische Texte in Untergrundzeitschriften und Künstlerbüchern, organisierte Mode-Objektshows und Performances mit der Künstlerinnengruppe in Erfurt. Am 4. Dezember 1989 besetzte sie gemeinsam mit Gleichgesinnten das Bezirksgebäude der Staatssicherheit in Erfurt – die erste Besetzung einer Stasi-Zentrale, ein Akt des zivilen Ungehorsams, den es in der deutschen Geschichte so noch nicht gegeben hat. Ihre Monografie erscheint anlässlich der Einzelausstellung Dabeisein und nicht schweigen im Gropius Bau in Berlin.
Gabriele Stötzer, (geb. 1953 in Emleben bei Gotha) lebt und arbeitet als Künstlerin in Erfurt. Einzelausstellungen u. a. in der GfZK – Galerie für Zeitgenössische Kunst, der Klassik Stiftung Weimar, der Galerie Loock (Berlin) und der Galeria Monopol (Warschau). Derzeit ist ihre Retrospektive Gabriele Stötzer. Dabei sein und nicht schweigen ( bis 6. Dezember) im Gropius Bau in Berlin zu sehen. Sie bekam für ihr Werk den Pauli-Preis 2024 in Bremen verliehen. 2026 erhielt sie den Goslarer Kaiserring.
Mehr Information zum Buch bei Spector Books
