Unsere Sinne malen Bilder
Das bedeutet:
Wir sehen Dinge mit den Augen.
Wir hören Töne mit den Ohren.
Wir fühlen Dinge mit der Haut.
Alle diese Infos kommen im Kopf zusammen.
Daraus macht unser Gehirn ein Bild.
Kannst du dein Kunstwerk hören?
Kannst du es ertasten?
Ist es warm oder kalt?
Kannst du dein Bild gut riechen?
Bei jedem Workshop widmen wir uns einem anderen Sinn.
Wir wollen einfach machen.
Und Kunst ausprobieren.
Wir bauen Bilder, die den Raum leise machen.
Wir malen warme Bilder mit Sand und Farbe.
Wir sehen Formen und gestalten daraus neue Bilder.
Wir machen Bilder zum Anfassen.
Wir verpassen unseren Bildern Gerüche.
Termine:
22.08./29.08./05.09./12.09./19.09./26.09.2026
14-16 Uhr
Die Malerinnen Juliana Ortiz und Louisa Pieper begleiten die Kurse.
Über die Künstlerinnen:
Juliana Ortiz‘ Werk ist ein Spiel mit dem Ungreifbaren – mit Formen, die zu schweben scheinen, und Materialien, die zwischen Schwere und Leichtigkeit changieren. Sie mischt ihrer Farbe Sand bei, den sie an unterschiedlichen Orten dieser Welt sammelt – an Orten, an denen sie sich zu Hause fühlt. Diese Sande werden zu Trägern von Erinnerung, Emotion und Bewegung. Aus ihnen entstehen emotionale Ornamente, die sich in scheinbar einfachen, doch hoch verdichteten abstrakten Formen zeigen. In ihren Arbeiten treffen Alltägliches, Emotionales und Artifizielles aufeinander. Farbe und Form verschmelzen zu einem feinen Gleichgewicht aus Leidenschaft und Stille, aus Ironie und Ernst. Ihre Bilder sind komisch – im ursprünglichen Sinne des Wortes –, denn sie öffnen einen Raum des Staunens und der leisen Irritation. Juliana bringt die Dinge ins Schweben – in jenem Zwischenraum, in dem Material und Bedeutung, Geste und Gedanke, Gefühl und Form einander berühren. So entstehen Werke, die nicht erklären, sondern spüren lassen. Ihre Kunst ist kein Abbild, sondern ein Zustand – ein Schweben zwischen Erinnerung und Gegenwart, ein Vibrieren zwischen Bewegung und Innehalten.
Text: Sebastian Hofmann
Louisa Pieper stellt sich ihren Widersachern. Dabei sind ihre aktuellen Werke keine düster-angsteinflößenden Feindbilder – ganz im Gegenteil! Durch die Kraft ihrer leuchtenden Farbpalette, markanter Kompositionen und im Spiel mit unterschiedlichen Strukturen und Materialien schafft sie mutig eine Atmosphäre, die ihre persönlichen Gegenspieler Stück für Stück entmachtet. Doch wer oder was sind diese Antagonisten überhaupt? Vermeintlich Alltägliches, wie etwa das Kochen auf einem Induktionsherd, das die Hörgeräte der Künstlerin stört, beschädigt oder gar zerstört. In ihrer aktuellen Serie „Hearing Antagonists“ geht es Louisa Pieper allerdings nicht nur um die Sichtbarmachung der Hürden ihrer eigenen Schwerhörigkeit, sondern um die Auseinandersetzung mit Barrierefreiheit in der Kunstwelt im Allgemeinen.
Text: Anna-Lena Goltz

