Vom Haben und Teilen (Arbeitstitel)

Die Frage von Besitz und Eigentum ist in Bezug auf Kunst gleich aus mehreren Gründen interessant. Erwirbt man ein Kunstwerk, so darf man entscheiden, wo und wie es präsentiert wird und wer es sehen darf. Man kann ein und dasselbe Werk unterschiedlich betrachten und beschreiben. Die Idee, aus der es hervorgegangen ist, gehört jedoch weiterhin der Person, die sie künstlerisch ausformuliert hat. Sie ist in sich und in ihrer (materiellen) Form geschützt.

Was aber passiert, wenn Kunstwerke in den Besitz von Museen kommen? Wie gelangen sie dorthin und wie verändert das ihre Bedeutung und ihren (Markt)wert? Wem gehören die Bestände einer öffentlichen Sammlung? Diese Fragen und der kritische Umgang mit Eigentum prägen die Diskussionen über die Aufgaben und die Verantwortung von Museen heute, unter anderem in Hinblick auf Enteignung und Raubkunst. Die Diskussionen verdeutlichen, dass das Recht, darüber zu bestimmen, was wem und unter welchen Bedingungen gezeigt wird, sich über die Rechte, Bedürfnisse und Interessen vieler hinwegsetzt und eine Reihe von Ausschlüssen erzeugt.

Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich die diesjährige Sammlungsausstellung mit möglichen Formen der Mitbestimmung im Museum, mit Fragen der gemeinschaftlichen Wertschöpfung durch Teilen und Zusammenarbeit. Ausgestellt werden Werke, die diese Zusammenhänge thematisieren, die in Kooperation mit anderen entstanden sind und verschiedene künstlerische Gattungen in sich vereinen oder die durch unterschiedlich wertvolle Materialien und unterschiedliche Herstellungsverfahren (Weben, Stricken, Lackieren) Mehrdeutigkeit und Vielstimmigkeit erzeugen. Außerdem zeigen wir künstlerische Arbeiten, die sich formal und auch inhaltlich über Grenzen, etwa des Dokumentarischen und der Fiktion, hinwegsetzen.

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