Draft

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“Gescheitert am eigenen Anspruch? Was ist denn das, der „eigene“ Anspruch? Wo kommt der her? Wie kommt der hier rein? Wo ist denn die Schnittstelle von drinnen und draußen, von Außenwelt und eigenem Erleben? Die Fotografien der Arbeit Draft sind in einem erweiterten öffentlichen Raum entstanden. In der Stadt, auf Messen, Internetseiten, Software-Oberflächen. Diese Bilder des sogenannten „Außen“ sind längst zu Bildern des „Innen“ geworden. Sie verweisen auf die verlängerte Werkbank in die Subjektivität hinein, auf der Gefühle, Sehnsüchte und Wünsche hergestellt werden.
Im Entwurf ist alles verhandelbar: Im Zusammenfallen von war und wird, von Ich und Unternehmung, von Leben und Repräsentation sind die Zustände elastisch geworden. Bin ich noch im Büro? In der Mall? Im Club? Ich weiß es gerade nicht, kann es nicht sagen. Ein Leben in Inszenierungslayern: Drinnen sein im Entwurf; drauf sein auf der Bühne.
Die Macht des Entwurfs verwickelt das Ich in ein Zwiegespräch mit sich selbst: …bin ich zufrieden mit meinem Leben? Bin ich wirklich gut? Nutze ich alle meine Potenziale? Was ist ein erfülltes Leben?
Die Hoheit über dieses Zwiegespräch hat die Arbeit. Sie schafft den Maßstab für die eigene Bewertung des selbst entworfenen Ichs. Bei Fragen, Problemen, Existenzängsten, in Momenten der Verwirrung, kann ich mich auf sie beziehen, auf den Chor der Kollegen, der von innen zu mir spricht oder auf die großen Menschen, die über den kleinen Menschen stehen, auf den Abbildungen im Firmament der Messehalle.“

Timo Hinze

Im Mittelpunkt der Arbeit von Timo Hinze steht das Verhältnis von Gestaltung und Macht und Arbeit und Subjektivität. So zum Beispiel im Textbuch Die flüssige Fabrik (Spector Books), welches die neuen Arbeitswelten des modernen Unternehmens zum Thema hat.

Die Fotografien und Skulptur-Arrangements der Ausstellung „Draft“ spüren den Anforderungen nach, denen das zeitgenössische Subjekt gerecht werden soll.

Die Ausstellung findet im Rahmen der Meisterschüler-Präsentation von Timo Hinze statt. Die Entstehung einiger Werke wurde durch ein Stipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen ermöglicht.

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